Simul iustus et plagiator

 

In der letzten Zeit ist mir häufiger bei der morgendlichen Twitterlektüre der ein oder andere nette Tweet aufgefallen, den ich dann im Laufe des Tages in meiner Timeline mehrfach wiederfand – nur unter verschiedensten Urheberschaften anderer Accounts.

Wir kennen die Copy & Paste Kultur bei wissenschaftlichen Arbeiten, aus der Entwicklung neuer elektronischer Produkte und eben auch aus den sozialen Medien. Somit ist das eigentlich nichts wirklich neues. Mir geht es gar nicht so sehr um die rechtliche Ebene: die Urheberrechtsverletzung und den Diebstahl geistigen Eigentums. Dazu gibt es schon genug Beiträge.

Mir fällt nur auf, dass bisher wenig (wenn nicht gar nicht) über die anthropologische Ebene gesprochen wurde: Was für ein Bild habe ich von mir und meiner Selbstinszenierung im Netz und auch, welches Bild von „vernetzter Antropologie“ zeigt sich in meinem kommunikativen Miteinander? Was sagt es über mich und meine Vorstellung vernetzter Kommunikationsprozesse in den sozialen Medien aus, wenn ich mich ständig mit fremden Lorbeeren schmücke und bei Twitter und Facebook Favs und Likes abgreife, die ich nur dem Ideenklau zu verdanken habe? Eine solche Copycat Mentalität bereichert sich nicht nur unberechtigt selber, sondern zeigt auch keinerlei Respekt und Wertschätzung den Urhebenden gegenüber.

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Hol‘ mir mal ne Flasche Bier

… sonst streik ich hier.

Gerhard Schröder

Biergläser

 

Ich war kürzlich in einem asiatischen Land im Urlaub. An der Bar bestellte ich zwei Bier und trug dann erstaunt die Ausbeute meiner Bestellung an den Tisch meiner weiblichen Reisebegleitung und mir:

Zwei Flaschen Bier und zwei unterschiedliche Biergläser (Originalbild oben).

Wir fanden dies ungewöhnlich, rechneten aber mit einem Glasengpass oder ähnlichem und dachten uns nichts dabei. Dieser Vorgang wiederholte sich nur in den kommenden Tagen immer wieder: Eine von uns beiden bestellte zwei Bier, wir erhielten immer zwei unterschiedliche Gläser.

Erst als wir beiden in einem Restaurant am Tisch bestellten, bekamen wir zwei gleiche Gläser zum Bier. Kleine geschwungene Gläser, beide ohne Henkel.

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Einsatz in vier Wänden

Diese Predigt habe ich am 09. August 2015 in der Christusgemeinde Hagen, Eilpe zu Lukas 19, 41-48 gehalten.

   

     Friede sei mit euch von Gott unserem Vater,

     und dem Herrn Jesus Christus.

     Amen.

 

Liebe Gemeinde,

diesen Sonntag geht’s um einen „Einsatz in vier Wänden“. Wir werden jetzt in der Predigt mal ein wenig umdekorieren und umbauen, hier in der Kirche. Ich sehe, Sie haben ja schon mal ein wenig damit angefangen. Das sieht man hier ja schön am Absperrband. Die Heizung soll ja erneuert werden. Das ist schon mal eine gute Umbaumaßnahme.

Aber, lieber Gemeinde: Dabei wird es wohl heute wohl nicht bleiben. Denn im heutigen Predigttext für den 10. Sonntag nach Trinitatis gestaltet Jesus im Tempel so einiges neu. Er schmeißt Möbel um und prognostiziert den Jerusalemern sogar, dass bei ihrem Tempel kein Stein auf dem anderen bleiben wird.
Somit klingt das nach einer ziemlich großen Umbaumaßnahme.

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Aber gucken wir einmal genau in den Text. (mehr …)

Da ist nicht Mann noch Frau

Während des Kirchentages (und bei manchen auch danach) gab es einen Reverse-Aufschrei, der sich um die Saalmikrofoninnen und Saalmikrofone im Programmheft des Kirchentags drehte:

Saalmikrofoninnen DEKT

Viele regten sich auf, dass der Kirchentag, und die EKD, ja vielleicht sogar die ganze Gesellschaft vollkommen dem sog. „Genderwahn“ verfallen sei. Und dann stellte sich heraus:

ES WAR EIN SCHERZ!!! Ein Witz. Mehr nicht. Genauso wie die Papphockerinnen und Papphocker zuvor auch schon. Viele Kritikerinnen und Kritiker hatten gleich aufbrausend Bedeutungsschweres hineininterpretiert, aber letztlich war es nur ein launiger Lektoratscherz, der sich ins Heft geschlichen hat.

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