Sozialurne

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Heute morgen habe ich mal wieder eine sogenannte „Sozialurne“ bestattet. Wenn mein Mensch stirbt und keine Angehörigen ausfindig gemacht werden können, die für die Bestattung die Kosten übernehmen, kümmert sich das Ordnungsamt.
Auf vielen Friedhöfen werden die Urnen dann von den Friedhofsgärtnern in aller Stille beigesetzt.
Bei uns in Gifhorn versuchen wir, dass alle Kirchenmitglieder auch in einem würdigem Rahmen beigesetzt werden, egal ob Sozialurne oder nicht und eine Pastorin oder ein Pastor kommen in jedem Fall dazu.

Das ist wichtig, aber auch wirklich traurig. Allein hinter einer Urne zum Grab zu schreiten. Am Grab dann gemeinsam mit dem Mitarbeiter des Friedhofs mit einer kurzen Andacht Abschied zu nehmen.
Diese Einsamkeit ist schon bedrückend.
Bei manchen Beerdigungen sind alle Sitzplätze in der Kapelle besetzt und hier steht man dann alleine am Grab, letztlich als Fremder um jemandem die letzte Ehre zu geben.

Wie viele Traueranzeigen handeln von den Erinnerungen. Davon, dass keiner stirbt, solange man ihn in Erinnerung behält.
Manche sterben doppelt, weil sie sogar vor ihrem Tod so einsam sind, dass sich niemand an sie erinnert.

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3 Gedanken zu »Sozialurne«

  1. Björn Bach sagt:

    Schön, daß Sie so etwas machen!

  2. avto sagt:

    Thanks, its usefully

  3. maze sagt:

    habe beim lesen eine gänsehaut bekommen. finde es voll gut, dass ihr hingeht.

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