Religiöse Inszenierungen des Außerordentlichen

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Fast schon makaber wie unmittelbar die Sendung Glaubenssachen auf NDR kultur vom 15.02.2009 dem gestrigen Amoklauf vorausging.
Sie hatte sogenannte „Riskante Liturgien“ zum Inhalt. Gottesdienstabläufe anlässig außergewöhnlicher Situationen, wie etwa der Einweihnung des Berliner Hauptbahnhofes und der Inauguration des Amerikanischen Präsidenten als Beispiel der sog. Civil Religion – aber eben auch trauriger Anlässe und Katastrophen wie der Tsunami, Erfurt und eben auch Winnenden.
Thomas Klie, Professor für Praktische Theologie an der Universität Rostock setzt sich besonders mit Formen zivilreligiöser und liturgischer Performanz auseinander und hat für eben jene Formen der Inszenierung von Gottesdiensten den Begriff „riskante Liturgien“ geprägt. Er ist Mitglied der Liturgischen Konferenz und arbeitet im Ausschuss „Öffentliche Liturgien“ mit.

Langfristig sollen dort und anderswo Agenden oder anderweitige Vorlagen entwickelt werden, um die Kollegen in den Pfarrämtern, die mit der gottesdienstlichen Begleitung von außergewöhnlichen Ereignissen und Katastrophen nicht unvorbereitet zu lassen.
Eine wirklich sinnvolle und gute Idee.

Hier der Link zum Manuskript der Sendung. Guter Überblick und Einstieg in das Thema.

2 Gedanken zu »Religiöse Inszenierungen des Außerordentlichen«

  1. pastorsandy sagt:

    [quote comment=““]Gottesdienste „anlässig außergewöhnlicher Situationen“ haben eine gute da sein Berechtigung, keine Frage, aber bitte nicht den Sinn entfremden.[/quote]
    Da gebe ich dir vollkommen Recht.
    Oft ist es nur so, dass Kirchengemeinden bzw. die EKD generell gebeten werden Sondergeschehenisse gottesdienstlich zu begleiten, ob sie wollen oder nicht.
    Dann ist es meiner Meinung nach besonders wichtig dies professionell und mit der erforderlichen Portion Einfühlungsvermögen zu tun. Gerade WEIL es ein Gottesdienst ist.

  2. Dragos sagt:

    So lange Gottesdienste „anlässig außergewöhnlicher Situationen“ gehalten werden, nur nach dem Motto, „es muß auch die Kirche etwas tun“, finde ich es noch makaber um es nicht geschmackloser zu sagen… Und besonders merkwürdig wie dann, Haupthirte(in) und Gemeinde agiert wenn sogar TV und Rundfunk dabei ist. Gottesdienste „anlässig außergewöhnlicher Situationen“ haben eine gute da sein Berechtigung, keine Frage, aber bitte nicht den Sinn entfremden.

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