Alles geben

Über das Collide Magazine bin ich auf die Waterfront Church in Schaumburg Illinios gestoßen.
Sie geben 100% ihrer Sonntagmorgen-Kollekten an Bedürftige weiter. Alle weiteren Kollekten nutzen sie für ihren eigenen Haushalt. Weiter haben sie ein Sponsorensystem, dass regelmäßige Kosten (Pastorengehalt usw.) bestreitet. Da sie sehr günstig kalkulieren (keine Gebäudekosten durch das Mieten einer Highschool) scheint das Geld zu reichen.
Durch die Sonntagmorgenkollekte unterstützen sie ortsnahe Diakonie und versuchen durch das bereitgestellte Geld die Gemeinde für Bedürftigkeit in ihrem Umfeld zu sensibilisieren. Das funktioniert entweder ganz bürokratisch bei großen Unterstützungen bis zu 11.000$ für eine alleinerziehende Mutter eines behinderten Kindes bis zu hin zu einzelnen Sonntagen mit sog. „reverse offerings“. Ein Klingelbeutel mit 5$, 10$, 20$, und 50$ Scheinen wird herumgegeben jeder kann einen Schein herausnehmen, der eine Idee hat, wem er mit dem Geld finanziell unterstützen möchte.
(Hier in weiterer Artikel dazu)

In Deutschland läuft das eher im Kleinen. So die Gemeinde in Collinghorst, die im Gottesdienst 200€ in 5 Euroscheinen verteilte und den Menschen ein paar Monate Zeit gab, das Geld zu vermehren. Ein riesen Medienrummel (Hier eine Presseschau). Das so erwirtschaftete Geld (2200€) ging zu gleichen Teilen an die Tafel in Rhauderfehn und an Teestube „Lütje Drüppel“ (Niedrige Schwelle – Spitzen Name finde ich!). Ein etwas anderer Ansatz. Das Geldvermehren stand im Vordergrund nicht so sehr das großzügige Geben des Erlöses im Nachhinein.

Haushalterschaft auf Basisebene. Im Kirchensteuersystem gar nicht so einfach. Solche – ich gebe zu – sehr mutigen Geschichten können aber die Grundhaltung verändern, wie wir mit dem Geld, das uns anvertraut ist, sinnvoll umgehen.

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