Bloggende Pastoren

Bildschirmfoto 2014-06-27 um 10.13.27

Hinweisen möchte ich auf eine kleine Aufstellung bloggender Amtsbrüder und Amtsschwestern, die Alexander bereits vor längerer Zeit gesammelt hat.
Viel Fleißarbeit ist es ja nicht gerade… schließlich gibts es allzu viele ja (noch) nicht.

Warum nur? Vielleicht zusammenhängend mit dem Kommentar von Daniel Renz unter dem Artikel:

Wäre sicher mal spannend,
über einen längeren Zeitraum hinweg zu untersuchen,
ob und inwieweit sich die Blogs beim Übergang vom
(Theologie-)Studium ins Pfarramt und den Status einer öffentlichen Person verändern…

Ich habe Lust weiter darüber nachzudenken. Wir schätzt ihr dieses Thema ein?

6 Gedanken zu »Bloggende Pastoren«

  1. Wollte noch ganz kleinlaut für das Doppel-Posting um Entschuldigung bitten. Kann man da nicht eins von wieder löschen? (Und dieses hier dann gleich mit? 😉

    Gruß
    Alexander

  2. Alexander sagt:

    Zuerst mal: Danke für den Re-Link! 🙂

    Dann zum Thema Gratwanderung: Derjenige Amtsbruder, der diese am mutigsten und offensivsten, zugleich aber höchst einfühlsam vollführt, ist meiner Ansicht nach Hans Spiegl aus Bischofshofen in Österreich mit seinem Podcast „Tagebuch eines Pfarrers“ (http://pfarrer.herzblut.fm/). Er nimmt sehr oft Seelsorgegespräche, Unterrichtserlebnisse etc. zum Anlass seiner Betrachtungen im Tagesrückblick – natürlich stets anonymisiert. Er hat die Gabe, aus diesen ganz konkreten, speziellen Fällen Erkenntnisse allgemeiner Art ziehen und wieder in mündliche Rede reformulieren zu können. Manchmal bin ich dennoch unsicher, ob trotz der Anonymisierung die Menschen vor Ort – wenn sie den Podcast denn hören – nicht doch wissen, von wem die Rede ist. Allerdings macht genau diese Vorgehensweise (fast faustisch: „Greift nur hinein ins volle Menschenleben!“) Hans Spiegls Podcast zu einem der mir wertvollsten Web-Angebote.

    Ich persönlich sehe mich für mein Blog eher noch auf der Suche nach dem „Stil“, dem roten Faden oder „Alleinstellungsmerkmal“, wenn man so will. Es ist ein ziemliches Sammelsurium, und ich hätte es lieber fokussierter, kann bzw. mag mich aber nicht auf einen Schwerpunkt festlegen. Interessant vielleicht noch: Als ich im Oktober 2003 mein erstes Weblog aufsetzte unter der Adresse „http://wuff.blogger.de“, glaubte ich dies noch ganz anonym tun zu müssen. Ich dachte, es erlaube mir mehr Freiheiten, schreiben zu können, was ich will. Irgendwann stellte ich dann fest, dass es mich eher hemmte: Immer waren Formulierungen zu finden, die mich als Privat- oder auch öffentliche Person verbargen. Daraufhin beschloss ich, unter meinem Realnamen inklusive Bild aufzutreten. Das Familienalbum halte ich in der Tat weitgehend geschlossen, auch wenn ich das manchmal bedauerlich finde (seit der Geburt meiner Tochter überlege ich, ein Blog anzulegen, auf das nur Verwandte und Freunde Zugriff haben). Vor der Frage, was ich aus dem gemeindlichen Nähkästchen plaudern darf, stand ich als hauptsächlich journalistisch tätiger Rundfunkpfarrer bisher nicht. Was mir die Leute ins Mikrofon erzählten, war ja für die Öffentlichkeit gedacht – insofern konnte ich das ohne größere Bedenken auch hin und wieder zum Anlass für einen Blogeintrag nehmen.

  3. Alexander sagt:

    Zuerst mal: Danke für den Re-Link! 🙂

    Dann zum Thema Gratwanderung: Derjenige Amtsbruder, der diese am mutigsten und offensivsten, zugleich aber höchst einfühlsam vollführt, ist meiner Ansicht nach Hans Spiegl aus Bischofshofen in Österreich mit seinem Podcast „Tagebuch eines Pfarrers“ (http://pfarrer.herzblut.fm/). Er nimmt sehr oft Seelsorgegespräche, Unterrichtserlebnisse etc. zum Anlass seiner Betrachtungen im Tagesrückblick – natürlich stets anonymisiert. Er hat die Gabe, aus diesen ganz konkreten, speziellen Fällen Erkenntnisse allgemeiner Art ziehen und wieder in mündliche Rede reformulieren zu können. Manchmal bin ich dennoch unsicher, ob trotz der Anonymisierung die Menschen vor Ort – wenn sie den Podcast denn hören – nicht doch wissen, von wem die Rede ist. Allerdings macht genau diese Vorgehensweise (fast faustisch: „Greift nur hinein ins volle Menschenleben!“) Hans Spiegls Podcast zu einem der mir wertvollsten Web-Angebote.

    Ich persönlich sehe mich für mein Blog eher noch auf der Suche nach dem „Stil“, dem roten Faden oder „Alleinstellungsmerkmal“, wenn man so will. Es ist ein ziemliches Sammelsurium, und ich hätte es lieber fokussierter, kann bzw. mag mich aber nicht auf einen Schwerpunkt festlegen. Interessant vielleicht noch: Als ich im Oktober 2003 mein erstes Weblog aufsetzte unter der Adresse „http://wuff.blogger.de“, glaubte ich dies noch ganz anonym tun zu müssen. Ich dachte, es erlaube mir mehr Freiheiten, schreiben zu können, was ich will. Irgendwann stellte ich dann fest, dass es mich eher hemmte: Immer waren Formulierungen zu finden, die mich als Privat- oder auch öffentliche Person verbargen. Daraufhin beschloss ich, unter meinem Realnamen inklusive Bild aufzutreten. Das Familienalbum halte ich in der Tat weitgehend geschlossen, auch wenn ich das manchmal bedauerlich finde (seit der Geburt meiner Tochter überlege ich, ein Blog anzulegen, auf das nur Verwandte und Freunde Zugriff haben). Vor der Frage, was ich aus dem gemeindlichen Nähkästchen plaudern darf, stand ich als hauptsächlich journalistisch tätiger Rundfunkpfarrer bisher nicht. Was mir die Leute ins Mikrofon erzählten, war ja für die Öffentlichkeit gedacht – insofern konnte ich das ohne größere Bedenken auch hin und wieder zum Anlass für einen Blogeintrag nehmen.

  4. Ingo sagt:

    > es ist noch mal etwas anderes aus dem Nähkästchen
    > der Gemeinde zu plaudern oder persönlich über das
    > eigene Pastorendasein.

    Eine spannende Frage, auf die ich aber auch keine letzte Antwort weiß. Höchstens ein paar Brocken: den ‚Übergang‘ habe ich nie erlebt, weil ich erst als Pfarrer mit den Blogs begonnen habe. Und das auch ziemlich zurückhaltend – obwohl ich merke, das verändert sich auch phasenweise.

    Das gemeindliche Nähkästchen sollte m.E. genauso grundsätzlich geschlossen bleiben wie das Familienalbum, denn meistens dürfte es den Beteiligten nicht unbedingt recht sein, zu sehr im Blog präsentiert zu werden. Einerseits bewundere ich manchmal Leute, die sehr viel von sich oder anderen persönlich schreiben, andererseits birgt das auch gewisse Risiken (im schlimmsten Fall bis zur Dienstpflichtverletzung). Ich denke, es ist immer eine Gratwanderung, die einige Weisheit verlangt und auch zur jeweiligen Persönlichkeit passen muss.

    > transparent Pastorin zu sein ohne die Schweigepflicht zu brechen.
    > einen großen Teil des EIGENEN Lebens dadurch gleich mit zu zensieren
    > halte ich für genauso falsch, oder?

    Transparenz sicher, soweit jede/r das für sich entscheidet und verantworten kann. Außerdem, wenn ich über theologische Themen, Gemeindeaufbau etc. schreibe, werden sich automatisch auch Beispiele aus der eigenen Praxis einschleichen, warum auch nicht! Das kann sogar innerhalb der Gemeinde fruchtbar sein als Diskussionsforum – andererseits sollte man natürlich mit persönlichen Details anderer (!) besonders sparsam sein, WENN die halbe Gemeinde mitliest (was unsere aber nie getan hat :). Ich merke aber auch, dass ich im jetzigen Dienstbereich noch zurückhaltender geworden bin, weil das gleich auf mehreren Ebenen heikel werden kann, und deshalb lieber zu Inhalten oder Sachthemen schreibe.

    So, das waren jede Menge Brocken und auch ziemlich verquirlt, aber ich schicks trotzdem mal ab 🙂

  5. pastorsandy sagt:

    [quote comment=““]Also – ich selbst schreibe definitiv nix Konkretes über meine Gemeinde…und hätte da auch Skrupel… Abgesehen davon, dass auch mein Ausbildungspfarrer mir davon abgeraten hat. ;-)[/quote]
    Ich denke es ist noch mal etwas anderes aus dem Nähkästchen der Gemeinde zu plaudern oder persönlich über das eigene Pastorendasein. Mir gelang es zwar auch nicht so richtig das zu trennen – weshalb man dann einfach gar nichts/wenig geschrieben hat – aber eigentlich müßte es gehen.
    Es sollte doch trotzdem möglich sein, transparent Pastorin zu sein ohne die Schweigepflicht zu brechen. Nichts liegt mir ferner als eine virtuelle Plaudertasche persönlicher Dinge anderer Leute zu sein, aber einen großen Teil des EIGENEN Lebens dadurch gleich mit zu zensieren halte ich für genauso falsch, oder?

  6. Daniel sagt:

    Also – ich selbst schreibe definitiv nix Konkretes über meine Gemeinde…und hätte da auch Skrupel… Abgesehen davon, dass auch mein Ausbildungspfarrer mir davon abgeraten hat. 😉

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