Jesus Charlie

Seit gestern sind alle Charlie. Charlie Hebdo.

Anfangs hatte ich mich bei den vielen #JesuisCharly Posts verlesen. Jesus Charlie…

Jesus ist in diesen Tagen sicherlich auch Charlie.

Und ich?

Auch ich bin Charlie.

Ich bin an der Seite derer, die für Pressefreiheit, Toleranz und Weltoffenheit kämpfen. Ich denke, nicht jeder muss die Satire und Karikaturen des Pariser Magazins toll finden. Denn, da bin ich mal ganz ehrlich, ich hatte von der Existenz des Satiremagazins bis gestern noch nie was gehört. Dennoch kann ich mich mit ihnen identifizieren und kritisiere jede Einschränkung ihrer Arbeit. Das ist es ja auch sicherlich, was viele mit dem Statement #JesuisCharlie ausdrücken wollen.

Worauf gründet diese breite Solidarität Vieler? Neben den grundsätzlichen Werten wie Demokratie und Freiheit, kann ich es bei mir persönlich auch glaubensmäßig rückbinden. Mein persönliches #JesuisCharlie hängt mit einer ganzheitlichen Solidarität zusammen, wie sie in der christlichen (und auch islamischen) Theologie tief verankert ist.

Ich denke, wer „mit dem Jesus von Nazareth ist“ (Mt 26,71), der ist auch (mit) Charlie Hebdo.

Diesen Zusammenhang sollten wir Christen in diesen Tagen lauter äußern. Besonders wenn einige Pegida Demonstranten wiederum ihren Protest mit ihrem Glauben und dem Verweis auf das christliche Abendland erklären.

Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung lassen sich weder mit der Bibel noch mit dem Koran rechtfertigen.

Die Stifte der Journalisten, Autoren und Karikaturisten sollten immer gespitzt sein, denn sie sind wichtige Werkzeuge zur Veränderung und können Missstände aufzeigen.

Stifte, Pinsel und Tastaturen selbst sollten jedoch wiederum keine Waffen sein. Sonst ist nichts gewonnen. Mit Sand beworfen zu werden und mit der Schaufel zurückzuhauen, war schon im Sandkasten kein Beweis großer Klugheit.

 

Besser gefällt mir entwaffnende Liebe.

 

Bild: https://charliehebdo.wordpress.com/2011/11/08/lamour-plus-fort-que-la-haine/

Liebe ist stärker als Hass.

So hieß die Charlie Hebdo Ausgabe 1012 (November 2011).

 

2 Gedanken zu »Jesus Charlie«

  1. […] meinen Artikel zu Jesu(i)s Charlie habe ich eine interessante Rückmeldung von sosein, alias Jan sosein Carl erhalten. Er ist ein […]

  2. Bernhard Schmutz sagt:

    Bei all dem Leid, all der Not
    hat
    Gott aus Bösem Gutes gemacht
    – die Bilder mit den Schriftzügen
    Je Suis Charly gingen um die ganze Welt – der Name des ein-
    zig wahren und real existieren-
    den Gottes, dessen tausende biblische Vorhersagen sich tausendfach erfüllen – ohne eine einzige Fehlvorhersage .
    Aber machen wir uns selbst nichts vor – eine dieser Vor-hersagen lautet auch: Die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen. Was keine Demo, keine Pegida Bewegung oder sonstige menschliche Aktivität bzgl.
    Friedensbemühung zwischen Völkern, Religion, etc. schaffen wird – das kann nur
    einzig und allein Jesus bringen …..wenn ER wiederkommt. Erst dann wird
    vollkommene Gerechtigkeit und Frieden auf diesem Planeten sein!

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