Teilen macht Sinn

Kürzlich sprach ich mit guten Freunden darüber, dass ich es nach wie vor nicht verstehe, warum so viele Menschen lieber weniger haben und dafür alles für sich allein, anstatt viel zu haben und es mit anderen zu teilen. Als Beispiel sprachen wir über einen Campingbulli, den man sich doch prima zu sechst kaufen könnte. So würden sich die Anschaffungs- und Instandhaltungskosten sowie Versicherung und Steuern aufteilen. Keiner hat ohnehin 365 Tage im Jahr Urlaub, somit kann man sich solch eine Anschaffung doch teilen. Gerade, wenn man sich es alleine nicht kaufen würde/könnte. Gegenargumente waren natürlich die Bequemlichkeit, die Angst vor Streit, Wunsch nach Unabhängigkeit usw.

Dennoch frage ich mich, ob nicht unsere Generation, die sonst von Konsum und Besitz geprägt ist, nicht in ihrem Lebensentwurf sozialer geprägt sein könnte/sollte.

Das fängt schon mit den kleinen alltäglichen Dingen an: Ein schönes Projekt aus der Schweiz hilft dabei: Pumpipumpe ist eine sharing Community, die graphisch dabei unterstützt im direkten nachbarschaftlichen Kontext zu teilen. So heisst es auf ihrer Homepage:

In jedem Haushalt befinden sich Werkzeuge, Küchengeräte, Produkte für Freizeit und Unterhaltung etc., die man nur selten braucht und gerne einmal einem netten Mitmenschen ausleihen würde. Gleichzeitig wäre man manchmal froh, sich Dinge, die man nur ab und zu benötigt, einfach kurz ausleihen zu können. Ziel des Projekts Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und ihre Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern. Das geschieht nicht im Internet, sondern mit kleinen Aufklebern am Briefkasten, wo Nachbarn und Quartierbewohner täglich vorbeigehen. Sie können so direkt miteinander in Kontakt treten, sich Velopumpi (sic! hihi, die Schweizer), Akkubohrer oder ein Fondue-Set ausleihen, lernen sich auf diese Weise besser kennen und müssen erst noch weniger Geräte kaufePumpipumpe

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(Foto Pumpipumpe)

Das Projekt verschickt die Sticker kostenlos. Sie sind hier zu bestellen.

 

2 Gedanken zu »Teilen macht Sinn«

  1. dasaweb sagt:

    Schöne Idee! Gerade für die kleinen Dinge des Lebens.

    Kleine Anmerkung zum Campingbus: Vielleicht fällt gerade da die Vorstellung schwerer, weil es sich da ganz anders verhält wie mit den kleinen Dingen: Es geht um viel größere Werte, d.h. es erfordert deutlich mehr Vertrauen als der Verleih einer Bohrmaschine, die Kosten sind schwieriger kalkulier- und umlegbar, es müssen rechtliche Dinge geklärt werden, es gibt interessante und uninteressante Nutzungszeiten etc. All das regelt z.B. ein professioneller Verleiher, den es nicht ohne Grund für sowas gibt.

    • Sandra Bils sagt:

      Recht hast du, dennoch: warum muss man zu einem „organisierten Verleiher“ (z.B. für Campingbullis) gehen, wenn man im Freudeskreis ähnliches organisieren könnte? Meiner Meinung nach ist dort dann nicht in erster Linie der Verleih kommerzialisiert, sondern unsere Unfähigkeit untereinander zu teilen und zu vertrauen ausgelagert.

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