Komischer Vogel

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Der englische Bischof John Finney, einer der Schlüsselpersonen des missionarischen Ausbruchs in der anglikanischen Kirche in den letzten Jahrzehnten, hat die verwirrende Situation unserer Kultur mit einem kuriosen Vogel verglichen (quaint bird). Der linke Flügel ist immer noch modern – klar, rational und misstrauisch gegenüber Emotionen. Der rechte Flügel ist postmodern – er will das Ganze der Existenz, nicht nur den Verstand. Das Problem: Der rechte Flügel z.B. glaubt an das Mögliche, aber sofort stellt die dem linken Flügel eigene Skepsis das in Frage. Wir entwickeln sozusagen verschiedene Werte für verschiedene Orte und Situationen. Die beiden Flügel arbeiten nicht sehr gut zusammen. Ergebnis: Die moderne Kultur fliegt immer wieder im Kreis. Wir akzeptieren nichts, was nicht geprüft werden kann – und werden zugleich von jeder kleinen Welle der Emotion davon geschwemmt. Religion ist immer noch oder sogar vermehrt da – aber gemischt mit hoher Skepsis eggen jede Instuitution und jeden allgemein gültigen Anspruch.

Aus: Hans-Hermann Pompe: Anziehend, erfahrbar, einladend: Kommunikation des Evangeliums unter postmodernen Menschen, in: Laepple/Roschke, Die so genannten Konfessionslosen und die Mission in der Kirche. Neukirchen-Vluyn 2007 – und John Finney, Emerging Conversation.

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