Jesus als gute Frau

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Möchte gerne Werbung machen für einen interessanten Post von emergentkiwi. Er weißt darauf hin, dass in Lukas 15 zuerst Jesus als guter Hirte präsentiert wird, der das verlorene Schaft sucht. Danach wird Jesus hingegen als gute Frau gezeigt, die eine verlorene Münze sucht. Daraufhin stellt sich emergentkiwi die Frage, warum die Kirche die erste Sichtweise Jesus als (männlicher) guter Hirte stark macht, während die Deutung, Jesus als gute Frau unterbewertet bleibt. Die lukanische Anordnung, einer Geschichte eines Mannes, jeweils einer Geschichte einer Frau bezufügen ist an 27 Stellen anzutreffen.

Nicht erst seit Franz Alt („Jesus–der erste neue Mann“ (Franz Alt) wissen wir von den den beiden Seiten Jesus. Der weiblichen und der männlichen.

Jesus vereinte weibliche und männliche Seinsweisen. Nur-weiblich wäre weibisch. Nur-männlich wäre herrisch. Jesus ist weder das eine noch das andere. Das aufregend Neue an ihm ist die Integration von weiblich und männlich. Das macht den »wahren Menschen« aus. Wer sich als Mann seiner Weiblichkeit — seiner verdrängten Seelenanteile — bewußt wird, vollzieht in seinem Leben eine Wandlung. Kennzeichen einer typisch weiblichen Lebensweise: gewaltlos, sanft, pflegend, haushaltend, organisch, ehrfürchtig, qualitätsorientiert. Alle treffen auf Jesus zu. Jesus war männlich genug, dieses Weibliche in sich zu entwickeln.

Kennzeichen einer typisch männlichen Lebensweise: gewalttätig, brutal, ausbeutend, verschwenderisch, mechanisch, ehrgeizig, auf Quantität aus. Diese Kennzeichen treffen alle nicht auf Jesus zu. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Diese Typisierung ist natürlich keine soziologische Einteilung in die Männer und die Frauen, sondern eine psychologische Typisierung für das Männliche und das Weibliche in Männern und Frauen. Nur deshalb können die weiblichen Kriterien auf den Mann Jesus übertragen werden. Dieser Jesus ist den meisten Menschen unbekannt. Bei einer Neuentdeckung fragen Männer oft und zu Recht: Was bringt mir das? Lohnt es, sich von Jesus zu einer eigenen neuen Lebensweise inspirieren zu lassen?

Ja, warum ist diese weibliche Seite oder eine erweiterte Sichtweise so unpopulär? Ich will jetzt gar nicht mit feministischer Theologie oder Bibel in gerechter Sprache ankommen. Ich frage eher grundsätzlich: Wenn Lukas als Verfechter der narrativen Theologie so frei davon erzählt, warum wir nicht auch?

5 Gedanken zu »Jesus als gute Frau«

  1. Schnuti sagt:

    Natürlich ist Jesus eine Frau gewesen!
    Garkeine Frage 😉

  2. […] nach 5 Tagen aus dem Krankenhaus heraus darf. Als wäre das nicht Freude genug propagiert Pastor Sändy noch das Jesus eine Frau war und in Nürnberg veranstaltet die Piratenpartei ein Fest gegen die Panikmache von […]

  3. soomah » Frauen auf der Kanzel: war Jesus Zwitter? sagt:

    […] Sändy hat sich in einem Post neulich über die Identität Jesu Gedanken gemacht. War Jesus auch eine Frau. Nun, ich gehe davon aus dass das nicht physisch gemeint ist – sondern eher vom Charakter aus gesehen (hoffe ich zumindest). Sie bringt ein Zitat von Franz Alt, einen nicht unumstrittenen Journalisten der für einen pazifistischen, ökologischen und feministischen Jesus plädiert. Es ist die weitverbreitete Sicht, dass Jesus als Gott psychologisch geshen nicht nur Mann war, sondern auch Frau. Jesus vereinte weibliche und männliche Seinsweisen. Nur-weiblich wäre weibisch. Nur-männlich wäre herrisch. Jesus ist weder das eine noch das andere. Das aufregend Neue an ihm ist die Integration von weiblich und männlich. Das macht den »wahren Menschen« aus. Wer sich als Mann seiner Weiblichkeit — seiner verdrängten Seelenanteile — bewußt wird, vollzieht in seinem Leben eine Wandlung. Kennzeichen einer typisch weiblichen Lebensweise: gewaltlos, sanft, pflegend, haushaltend, organisch, ehrfürchtig, qualitätsorientiert. Alle treffen auf Jesus zu. Jesus war männlich genug, dieses Weibliche in sich zu entwickeln. […]

  4. pastorsandy sagt:

    Naja, dazu müßte man jetzt tiefer in die lukanische Parabletheologie einsteigen. (Bla bla, ich weiß was du meinst, aber mir gehts um die Analogie in der Jesus zu der von ihm erzählten Gleichnisfigur steht. Mir gings auch eher um so was Grundsätzliches.

  5. Danny sagt:

    Nun, das ist ein Fehler in der Auslegung. Der Text sagt nicht, dass Jesus die Frau ist. Jesus ist nicht der Hirte, oder die Frau, oder der Vater… was sagt der Text in Lukas 15 Vers 4?? „Welcher Mensch ist unter EUCH, der hundert Schafe hat…“. Er zeigt das um zu verdeutlichen, dass jeder von UNS Menschen einen Schaf suchen würde, jeder von UNS würde die verlorene Münze suchen! Bei Gott ist es auch so.

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