Korea

Da bin ich fast da. Seoul, Nord-Korea (대한민국, 大韓民國). Das Land ist überall mit Hügeln und Gebirgen durchzogen und man wundert sich, wo die 50 Millionen Bewohner (480 Bewohner pro Quadratkilometer) denn überhaupt wohnen sollen. 81% der Süd-Koreaner leben in Großstädten, so ist es kein wunder, dass allein in Seoul über 10 Millionen Koreaner wohnen.

Korea selbst blickt auf eine lange Geschichte zurück. Durch prähistorische Funde ist die koreanische Halbinsel seit mindestens 15.000 Jahren nachweislich bewohnt und würde bereits ab ca. 200 v.Chr. von den Chinesen eingenommen worden und in eine der vier Kommandanturen eingegliedert. Doch schon in den folgenden Jahrhunderten konnten sich die sogenannten drei Königreiche von Korea als unabhängige Reiche durchsetzen. In der nachfolgenden Zeit ist die Joseon Dynastie (1392-1897) am bedeutendsten.

In dieser Zeit und auch in den folgenden Jahren ist die Geschichte Koreas immer wieder von den Nachbarländern Mongolei, China und Japan geprägt. Nach der Annexion des Protektorats Groß-Korea an Japan wird diese 1910 zur japanischen Kolonie. Nach der Kapitulation der Japaner im sino-japanischen Krieg am 15. August 1945, der Teil Koreas nördlich des 38. Breitengrades gemäß der Vereinbarung mit den Alliierten den Sowjets zugesprochen, der Zeil südlich des 38. Breitengrades den Amerikanern. Während der Norden Koreas nach den Vorstellungen der UdSSR kommunistisch umgekrempelt wurde um im September 1948 die Demokratische Volksrepublik Korea unter der Regierung von Kim Il-Sung ohne Wahlen ausgerufen wurde, wurde im Süden unter der Militärregierung Amerikaas Syngman Rhee als Regierungschef frei gewählt.

Am 26.06.1950 kam es dann zum Koreakrieg (Daher wird der Krieg bis heute in Korea auch „6:25“ genannt). Nordkoreanische Truppen, unterstützt von der Volksrepublik China den Süden Koreas an, die wiederum von UNO-Truppen aus 16 Ländern, hauptsächlich jedoch USA unterstützt wurden. Drei Jahre später, 940.000 tote Soldaten und 3 Millionen tote Zivilisten später wurde der Krieg am 27.07.1953 mit einen Waffenstillstandsabkommen und dem Rückzug in die alten Gebietsgrenzen jenseits des 38. Breitengrades beendet.

Die folgenden Jahre waren besonders vom Konflikt Nord- und Südkoreas bestimmt. Während es mit Südkorea durch Hilfe von Außen politisch und wirtschaftlich bergauf ging, wurde mit der Zeit aus Südkorea, obwohl offiziell demokratisch, jedoch faktisch diktatorisch regiert, das wohl weltweit restriktivste politische System der Gegenwart.

Oftmals belächelt (z.B. deshalb, deshalb oder deshalb) gibt es eigentlich überhaupt nichts zu lachen. Neben unsäglichen Verstößen gegen die Menschenrechte ist spätestens seit Anfang der 1990er Jahre Hunger das größte Problem. Während damals mehrere Millionen Nordkoreaner starben sind nun erneut ca. 6 Millionen Nordkoreaner Hunger bedroht.

Als Vorbreitung auf die Reise haben wir Barbara Demicks „Nothing to envy – Ordinary Lives in North Korea“ gelesen. Lange schon nicht mehr hat mich ein Buch so bedrückt. Wen die Geschichte Nord-Koreas interessiert, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Eindrücke, Auszüge und Bilder kann man auch auf der Homepage ansehen.

Korea ist nun das Ziel unserer ersten Studienreise des Promotionsprogramms. Gemeinsam mit den internationalen Studierenden der anderen drei Kurse werden wir Land und Leute Süd-Koreas kennenlernen, vor allem jedoch die Kirchen und die Christen. Und während unser Programm nur im Süden Koreas stattfindet (in dem übrigens in Busan 2013 die Vollversammlung des ÖRK stattfindet), werden wir sicher auch oft über den Tellerrand in Richtung Norden schauen.

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