Kreativität

 

Du siehst Dinge und fragst ‚Warum?‘, doch ich träume von Dingen und sage “Warum nicht?” George Bernard Shaw

Tanzende Priester und andere Internet Sensationen

Auf verschiedenen Kanälen schwappte mir eine sogenannte „neue Internet Sensation“ in die Timelines:

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Mir erschließt sich gerade noch nicht, was daran eine Sensation sein soll.
Klar, die Jungs machen das sehr nett. Aber hey: Letztlich werden da nur ein paar tanzende Männer gezeigt, die sich putzig steppend bewegen, während ihre Kollegen dazu singen.  Sind also tanzende Männer an sich eine Sensation?

Ich schätze, was sie zur „Sensation“ macht, ist ihr Beruf. Es sind eben nicht nur tanzende Männer, sondern tanzende Priester! Was ist aber daran so besonders? Und vor allem: was kommt als nächstes? Kaffeetrinkende Pastorinnen? Singende Ordensleute ach nee, die italienische singende Nonne gibts ja schon. (auch übrigens schon vorher!)

Wenn wir sowas unter dem Deckmäntelchen „OhWiePutzig“ teilen, perpetuieren wir Gemeindemitgliedervorurteile, die annehmen, man habe kein Privatleben jenseits von Gemeinde, keine Hobbies und Interessen. Ich erinnere mich noch gut, wenn ich mit einem Ohrwurm pfeifend das Gemeindehaus aufschloss und die Konfirmanden geradezu entsetzt waren, dass ich ein Lied aus den aktuellen Charts kannte. „Stellt euch vor, ich habe auch ein Radio, ich habe sogar ein Spotify-Abo und ich höre nicht nur ‚Ein feste Burg ist unser Gott’….“

Das Pfarrerbild entsteht eben nicht nur in Amtstheologie und Dienstvereinbarungen sondern auch auf der Straße, durch uns und die Art und Weise, wie wir uns in der geistlichen Rolle verstehen und über andere urteilen. Ich möchte in Zukunft häufiger solche steppenden Priester teilen mit dem Hinweis „EIL+EIL+ Keine Sensation +Eil+Eil“.

Teilen macht Sinn

Kürzlich sprach ich mit guten Freunden darüber, dass ich es nach wie vor nicht verstehe, warum so viele Menschen lieber weniger haben und dafür alles für sich allein, anstatt viel zu haben und es mit anderen zu teilen. Als Beispiel sprachen wir über einen Campingbulli, den man sich doch prima zu sechst kaufen könnte. So würden sich die Anschaffungs- und Instandhaltungskosten sowie Versicherung und Steuern aufteilen. Keiner hat ohnehin 365 Tage im Jahr Urlaub, somit kann man sich solch eine Anschaffung doch teilen. Gerade, wenn man sich es alleine nicht kaufen würde/könnte. Gegenargumente waren natürlich die Bequemlichkeit, die Angst vor Streit, Wunsch nach Unabhängigkeit usw.

Dennoch frage ich mich, ob nicht unsere Generation, die sonst von Konsum und Besitz geprägt ist, nicht in ihrem Lebensentwurf sozialer geprägt sein könnte/sollte.

Das fängt schon mit den kleinen alltäglichen Dingen an: Ein schönes Projekt aus der Schweiz hilft dabei: Pumpipumpe ist eine sharing Community, die graphisch dabei unterstützt im direkten nachbarschaftlichen Kontext zu teilen. So heisst es auf ihrer Homepage:

In jedem Haushalt befinden sich Werkzeuge, Küchengeräte, Produkte für Freizeit und Unterhaltung etc., die man nur selten braucht und gerne einmal einem netten Mitmenschen ausleihen würde. Gleichzeitig wäre man manchmal froh, sich Dinge, die man nur ab und zu benötigt, einfach kurz ausleihen zu können. Ziel des Projekts Pumpipumpe ist es, leihfreudige Nachbarn und ihre Gegenstände sichtbar zu machen und die gemeinsame Nutzung von Konsumobjekten zu fördern. Das geschieht nicht im Internet, sondern mit kleinen Aufklebern am Briefkasten, wo Nachbarn und Quartierbewohner täglich vorbeigehen. Sie können so direkt miteinander in Kontakt treten, sich Velopumpi (sic! hihi, die Schweizer), Akkubohrer oder ein Fondue-Set ausleihen, lernen sich auf diese Weise besser kennen und müssen erst noch weniger Geräte kaufePumpipumpe

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(Foto Pumpipumpe)

Das Projekt verschickt die Sticker kostenlos. Sie sind hier zu bestellen.

 

Ferienbeginn

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Via Cartoonchurch

 

Urlaub als Kontrasterfahrung zum Alltag

Kürzlich sprach mit einem Kollegen der in der Kur- und Urlauberseelsorge arbeitet. Er nannte die Urlaubszeit eine Kontrasterfahrung. Für viele Urlauber sei die freie Zeit nicht nur Erholung, sondern auch Stress. Man hockt den ganzen Tag aufeinander. Alles soll harmornisch sein und man will sich gut verstehen, wo man sich doch sonst schon so selten sieht. Man möchte die Zeit sinnvoll verbringen in einem Mix aus Erholung und Aktivität und in der Gestaltung es allen recht machen.

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