Wie im Himmel so auf Erden

 

Kürzlich habe ich bei der Wettervorhersage im Fernsehen ein neues Wort gelernt: Inversionswetterlage. Oder wie der freundliche Meteorologe noch erklärend hinzufügte: „Unten pfui und oben hui“.

Besonders in der kälteren Jahreszeit tritt dieses Phänomen zuweilen auf: Unten in Bodennähe dicke Suppe mit Nebel, Abgasen und grau in grau und ein bisschen höher dann strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und endlos erscheinende Fernsicht. Aus meiner Laiensicht erklärt, hat diese Wetterlage mit unterschiedlichen Lufttemperaturen in den Schichten zu tun. Unten in Bodennähe kann die schwache Wintersonne die Luft nicht ausreichend erwärmen, Grund dafür sind oft Abgase und Smog. Eine Dunstglocke bildet sich, die eine wärmere Luftschicht oberhalb abschottet. Dadurch wird eine Vermischung verhindert. So wird unser Wetter im Querschnitt zu einem gut geschichteten Latte Macchiato.

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God provides

Eine sehr prägende Zeit war für mich das Promotionsstudium an der George Fox University in Portland, USA. Neben Gemeindepfarramt und später Kirchehoch2 habe ich dort von 2012-2015 berufsbegleitend studiert. Neben der wissenschaftlichen Arbeit an der Dissertation war auch die Gemeinschaft mit den internationalen Kommiliton*innen prägend.

Zum einen sind Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten, zum anderen haben mich manche Erfahrungen auch geistlich geprägt.

Auf einer Exkursion nach Südafrika 2014 waren wir an einem Abend in Kapstadt mit einer kleinen Gruppe in einem südafrikanischen Restaurant. Es gab fabelhafte lokale Küche und dazu noch wunderbare Gespräche. Wir waren alle so unterschiedlich und durch unser Interesse und unsere Neugier aneinander gab es immer viel zu fragen, zu lernen, zu erzählen. An eine Begebenheit erinnere ich mich besonders:

Als wir im Restaurant Platz genommen und bestellt hatten und nun auf Getränke und Gerichte warteten, schlug ein indischer Kommilitone vor, schon mit dem Tischgebet zu beginnen, um die Wartezeit zu überbrücken. Wir alle senkten die Köpfe, schlossen die Augen und es wurde wortreich und ausführlich gebetet.

Als wir die Gebete mit einem kräftigen AMEN beschlossen und die Augen wieder öffneten, stellten wir fest, dass ein Kellner in der Zwischenzeit die Getränke serviert hatte. Einer Kommilitonin, die erstaunt nun einen ausladend dekorierten Cocktail vor der Nase hatte, entfuhr es: „God provides.“

 

2019

Wenn ich auf das zurückliegende Jahr 2019 schaue, kann ich wirklich sagen, dass es beruflich durchaus herausfordernd war. Ich habe selten so komprimiert Höhen und Tiefen in so kurzer Zeit und so unvorhersehbar extremen Amplituden erlebt. Schönes – Trauriges. Vertrauen – Misstrauen. Überforderung – Unterforderung. Zu viel – zu wenig. Gewinnen – Verlieren.

Das alles ist an mir nicht spurlos vorübergegangen.

Das Ende meines Dienstes bei Kirchehoch2 ist vielleicht eine Fassette. Es deutete sich bereits länger an, war dann jedoch in der Konsequenz und den Umständen wirklich … schmerzhaft für mich. Dankbar bin ich rückblickend besonders für die Kollegialität und Freundschaft meiner katholischen Brüder und Schwestern und mancher evangelischer Wegbegleitenden.

Der Kirchentag war vielleicht ein Amplitudenausschlag in die andere Richtung. Noch immer bin ich sehr dankbar für die Einladung, im Schlussgottesdienst des Kirchentages zu predigen. Schon die Predigtvorbereitung war ein prägender geistlicher Prozess und hat besonders in den Umständen dieses Jahres gut getan. Kein Predigttext hätte besser passen können.

 

35 Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. 

36 Geduld habt ihr nötig, auf dass ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. 

(Hebr 10,35-36)

Irgendwie sind diese zwei Verse für mich zur persönlichen Jahreslosung 2019 geworden. Sie haben mich getragen und manchmal auch motiviert.

 

Altjahresabend

Wenn ich jetzt auf das Jahr zurückblicke, dann ist da viel Dankbarkeit für das Anvertraute und Gewonnene, aber durchaus auch manches Schmerzhafte, Unversöhnte und Verletzte, das ich dann auch gerne mit dem Jahr 2019 beschließen möchte.

Was mich trägt und hoffnungsfroh ins Jahr 2020 schauen lässt, sind die üppigen Cocktails, die Gott schon vor unsere Nase stellt, während wir noch mit geschlossenen Augen und gesenktem Kopf in Gedanken ganz woanders sind.

Werft eurer Vertrauen nicht weg: God provides!

Allen einen guten Start in ein gesegnetes 2020.

Ehre und Freude – Eine Honorarprofessur

Foto: CVJM-Hochschule

Am 12.11.2019 ist mir im Rahmen einer Feierstunde zum 10-jährigen Jubiläum der CVJM-Hochschule eine Honorarprofessur verliehen worden. Sie wird den Schwerpunkt „Missionarische Kirchenentwicklung“ haben.

Es ist für mich eine große Ehre und tolle Wertschätzung meines bisherigen Dienstes, meiner beruflichen und wissenschaftlichen Erfahrungen.

Ab dem nächsten Semester werde ich mit einer Lehrveranstaltung an der Hochschule einbringen. Hauptberuflich bin und bleibe ich Pastorin der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Eine Honorarprofessur ist lediglich ein nebenberufliches Ehrenamt. Über diese Ehre bin ich dankbar und auf das Amt freue ich mich.

Hier ein ausführlicherer Bericht der gesamten Jubiläumsveranstaltung.

 

Friedensbibel

Hier mein kleiner Text, den ich für die sogenannte „Friedensbibel“ beigesteuert habe.

Auf ihrer kommenden Sitzung wird sich die EKD-Synode in Dresden (10. bis 13. November 2019) schwerpunktmäßig mit dem Thema Frieden beschäftigen: „Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens“. Daher gibts seit Pfingsten bis zur Synode im November jeden Sonntag einen Mini-Friedenstext.

Andere tolle Kolleginnen und Kollegen, wie Birgit Mattausch, Fabian Vogt, Nora Steen und Christina Brudereck haben auch bereits beigesteuert.

 

Mein Text zu Daniel 10,19

Fürchte dich nicht, Schatz! Frieden sei mit dir! Sei stark und nochmals stark! Als er so mit mir redete, wurde ich gestärkt und sagte: Möge mein Herr reden! Ja, du hast mich gestärkt.)
Daniel 10,19
(Übersetzung: Bibel in gerechter Sprache)

 

Im Friedensgruß geht es nicht nur um mein Gegenüber, sondern auch um mich selbst. Ähnlich wie bei „Liebe deinen Nächsten und Deine Nächste wie dich selbst“ rutsche ich mir nur oft selbst aus dem Fokus. Der Friede, den ich anderen wünsche, fängt jedoch bei mir an. (mehr …)

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